Drei Angebote für eine „Website“: 400 €, 1.200 € und 3.500 €. Welches ist das richtige? Die Antwort: Die Frage ist falsch gestellt. Die drei Angebote beschreiben mit ziemlicher Sicherheit drei verschiedene Projekte. Vergleichen lassen sie sich nur, wenn alle dasselbe Lastenheft lesen. So schreiben Sie es, auch ohne technische Kenntnisse.
Warum das Dokument mehr entscheidet, als es scheint
Ein Lastenheft leistet drei Dinge zugleich. Es macht Angebote vergleichbar: Wenn alle auf denselben Umfang antworten, werden die Preisunterschiede erklärbar. Es verhindert den häufigsten Konflikt in Webprojekten: den Streit „War das so vereinbart?“. Und es beschleunigt den Start: Mit einem klaren Dokument geht die Arbeit sofort los statt nach drei Wochen klärender E-Mails.
Es muss nicht lang sein. Zwei verständlich geschriebene Seiten leisten mehr als zwanzig Seiten Fachjargon, die niemand liest.
Was hineingehört
1. Wer Sie sind und für wen die Website ist
Womit Sie sich beschäftigen, wer Ihre Kunden sind, was sie bewegt. Ein Dienstleister, der Ihr Geschäft nicht versteht, baut ein schönes Schaufenster, das nicht verkauft. Ein Absatz genügt, aber er ist der wichtigste im ganzen Dokument.
2. Was das Ziel ist, messbar formuliert
„Eine Website haben“ ist kein Ziel. „Mindestens 20 Anfragen im Monat bekommen“, „online verkaufen, um das Telefon zu entlasten“, „gegenüber Firmenkunden seriös auftreten“: Das sind Ziele, an denen sich später messen lässt, ob das Projekt erfolgreich war. Wenn Sie nicht sicher sind, welches Ihres ist: Eine Digitalstrategie beginnt genau mit dieser Frage.
3. Umfang: Seiten und Menge
Zählen Sie die Seiten und listen Sie sie auf: Startseite, Leistungen (wie viele), Über uns, Portfolio, Blog, Kontakt. Bei einem Shop: wie viele Produkte und wie viele Kategorien. Diese Zahl bestimmt den Preis am direktesten.
4. Funktionen, konkret
Formulare, Blog, Mehrsprachigkeit, Online-Zahlungen, Anbindung an die bulgarischen Paketdienste Econt und Speedy, Benutzerkonten, Buchungen, Schnittstelle zur Lagerverwaltung. Jede davon ist eine eigene Arbeit mit eigenem Preis. Lassen Sie sie jetzt weg, tauchen sie später als „Zusatzkosten“ auf.
5. Design: Template oder individuell
Sagen Sie offen, was Sie wollen: ein fertiges Template mit Anpassungen oder ein individuelles Design nach Ihrer Marke. Der Preisunterschied ist erheblich, der Unterschied im Ergebnis noch größer. Hilfreich ist, 2-3 Websites zu nennen, die Ihnen gefallen, und genau zu sagen, was Ihnen daran gefällt.
6. Inhalte: Wer liefert sie?
Der am meisten unterschätzte Punkt und der häufigste Grund, warum Projekte sich verzögern. Kommen Texte und Fotos von Ihnen, oder geben Sie sie in Auftrag? Wenn Sie sie vergeben, sind Texterstellung und Fotografie eigene Positionen im Angebot, kein stillschweigender Bonus.
7. Zeitrahmen und Budget
Realistische Zeiträume: Firmenwebsite 2-4 Wochen, Onlineshop 4-6, großer Shop oder Individualentwicklung 6-10 Wochen. Zum Budget: Eine Spanne anzugeben benachteiligt Sie nicht, sondern spart allen Zeit. Der Dienstleister bietet Ihnen das Beste in diesem Rahmen an, statt zu raten. Richtwerte für den bulgarischen Markt finden Sie in unserem Beitrag darüber, was die Erstellung einer Website kostet.
Das technische Minimum, das Sie ausdrücklich verlangen sollten
Diese Dinge werden oft nicht erwähnt und fehlen dann. Schreiben Sie sie hinein, auch wenn sie Ihnen selbstverständlich erscheinen: responsives Design für Mobilgeräte; ein Content-Management-System, mit dem Sie selbst arbeiten können; SEO-Grundlagen (Titel, Beschreibungen, strukturierte Daten, Sitemap); Ladezeit im grünen Bereich der Core Web Vitals; SSL und Schutz der Formulare; Google Analytics und Search Console mit Conversion-Tracking; DSGVO-Dokumente; automatische Backups.
Die Klauseln, die Sie schützen
Vier Sätze am Ende des Lastenhefts, die mehr wert sind als alles andere:
Eigentum: Domain, Hosting, Code und alle Werbe- und Analytics-Konten bleiben auf Ihren Namen. Angebot nach Positionen: Design, Entwicklung, Inhalte, Integrationen, Schulung, jeweils einzeln. Gewährleistung und Wartung: wie lange die Gewährleistungsfrist ist und was die Wartung danach kostet. Übergabe: Einweisung in das System und Zugang zu allem.
Wenn sich ein Dienstleister über ein klares Lastenheft ärgert, ist das schon die Antwort auf die Frage, ob Sie mit ihm arbeiten sollten.
Oder lassen Sie sich helfen
Alles bisher Beschriebene passt in ein kurzes Dokument, und Sie müssen es nicht allein schreiben: Fragen Sie uns, wir helfen Ihnen beim Lastenheft, einschließlich der Bedingungen für den Dienstleister und eines Richtpreises für Ihren Umfang. Das fertige Dokument können Sie schicken, wem Sie wollen, nicht nur uns.
Fazit
Ein Lastenheft ist keine Bürokratie, sondern die günstigste Versicherung im ganzen Projekt. Beschreiben Sie Geschäft, Ziel, Umfang, Funktionen und Bedingungen, und plötzlich bekommen Sie vergleichbare Angebote von Leuten, die verstehen, was Sie wollen.
Ihr Dokument ist fertig und Sie möchten ein Angebot? Schicken Sie es uns. Wir antworten innerhalb eines Werktages, aufgeschlüsselt nach Positionen.




